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Gräfenberg - Aktuell

18.10.2026 Ehrenamtliches privates Projekt ohne finanzielle Interessen
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KI im Alltag
Einstieg Für alle
Erste Schritte · Teil 2 von 3

Wo fange ich an? Programm, Kosten, Handy

Welches KI-Programm, kostenlos oder bezahlt, wie kommt es aufs Handy und wie spricht man mit ihm, statt zu tippen.

Sascha Böhm · 18.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Im ersten Teil ging es darum, was KI kann und was nicht. Jetzt geht es ans Ausprobieren. Und da kommen die ersten praktischen Fragen: Welches Programm nehme ich? Kostet das was? Und wie bekomme ich das aufs Handy, am besten so, dass ich nicht tippen muss?

Vorweg: Die Programme und ihre Preise ändern sich ständig. Was hier steht, gilt im Herbst 2026 und ist bewusst allgemein gehalten.

Die Auswahl

Es gibt eine Handvoll großer KI-Programme, die alle ähnlich funktionieren: Man schreibt oder spricht, und das Programm antwortet.

Programm Anbieter Gut zu wissen
ChatGPT OpenAI, USA das bekannteste, viele Anleitungen im Netz
Copilot Microsoft, USA steckt schon in Windows, im Edge-Browser und in Microsoft 365
Gemini Google, USA auf vielen Android-Handys schon vorinstalliert
Claude Anthropic, USA stark bei längeren Texten
Le Chat Mistral AI, Frankreich europäischer Anbieter

Alle fünf gibt es in einer kostenlosen Version.

Welches ist das beste? Für den Anfang ist das fast egal. Für Mails, Aushänge, Zusammenfassungen und Übersetzungen sind alle gut genug. Wichtiger als die Wahl ist, dass du eines nimmst und eine Weile dabei bleibst. Dann lernst du, wie man damit umgeht, und das lässt sich später auf jedes andere übertragen.

Ein praktischer Tipp: Nimm das, was dir am wenigsten Aufwand macht. Wer ohnehin mit Microsoft 365 arbeitet, probiert Copilot. Wer ein Android-Handy hat, schaut, ob Gemini schon drauf ist. Wer Wert auf einen europäischen Anbieter legt, nimmt Le Chat.

Kostenlos oder bezahlt?

Zum Ausprobieren reicht die kostenlose Version. Sie hat Grenzen: Man kann nur eine bestimmte Anzahl Nachrichten am Tag schicken, und manchmal antwortet ein etwas schwächeres Modell. Für die ersten Wochen merkt man davon wenig.

Die Bezahlversionen kosten meist um die 20 Euro im Monat. Dafür gibt es mehr Nachrichten, die stärkeren Modelle und Zusatzfunktionen. Das lohnt sich, wenn du die KI täglich nutzt.

Für den Betrieb wichtig: Die meisten Anbieter haben eigene Tarife für Unternehmen, oft „Team“ oder „Business“ genannt. Der Unterschied liegt weniger in den Funktionen als im Kleingedruckten: Bei Geschäftstarifen gibt es in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach der DSGVO, und die Eingaben werden nicht zum Training der KI verwendet. Sobald im Betrieb mehrere Leute mit KI arbeiten, ist das eine Überlegung wert. Mehr dazu in den KI-Regeln für den Betrieb unter „Konten“.

Bezahlen nach Verbrauch

Neben kostenlos und Abo gibt es einen dritten Weg, den viele nicht kennen: Man bezahlt nur, was man tatsächlich nutzt. Dafür greift man nicht über die App, sondern über eine sogenannte Schnittstelle (API) auf die KI zu. Abgerechnet wird nach der Menge Text, die hin- und hergeht.

  • Kann deutlich günstiger sein: Wer die KI nur ein paar Mal pro Woche für Mails und Aushänge nutzt, kommt oft mit wenigen Euro im Monat aus. Wer sie den ganzen Tag benutzt, kann allerdings auch über dem Abo landen.
  • Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland oder der EU: Neben den großen US-Anbietern gibt es zum Beispiel den AI Model Hub von IONOS, der in Deutschland gehostet wird. Auch bei Google lässt sich über die Cloud-Plattform festlegen, dass die Verarbeitung in Rechenzentren in der EU stattfindet. Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist bei solchen Angeboten in der Regel Standard, und die Eingaben werden nicht zum Training verwendet.
  • Budget festlegen: Bei den meisten Plattformen kannst du ein monatliches Budget hinterlegen. Aber Vorsicht: Manchmal ist das nur eine Warnung per Mail, und die Nutzung läuft trotzdem weiter. Vorher prüfen, ob beim Erreichen der Grenze wirklich Schluss ist, zum Beispiel weil man mit einem vorher aufgeladenen Guthaben arbeitet.
  • Der Haken: Eine API ist kein fertiges Chat-Fenster. Man braucht eine Oberfläche, über die man mit der KI schreibt, und die muss einmal eingerichtet und mit der Schnittstelle verbunden werden. Danach funktioniert es für alle im Betrieb ähnlich wie ChatGPT.

Ganz im eigenen Haus

Die dritte Möglichkeit für Betriebe, bei denen Daten den Betrieb gar nicht verlassen sollen: Es gibt frei verfügbare KI-Modelle, die man auf einem eigenen Server oder einem leistungsstarken Rechner betreiben kann.

  • Datenschutz: Die Eingaben verlassen das Haus nicht. Das ist die sauberste Lösung nach der DSGVO, gerade wenn regelmäßig mit Kunden- oder Patientendaten gearbeitet wird.
  • Kosten: Statt monatlicher Gebühren fällt einmal Hardware an, dazu Strom und Pflege.
  • Qualität: Für viele Alltagsaufgaben wie Mails, Zusammenfassungen und Übersetzungen reichen die freien Modelle gut aus. An die stärksten Modelle der großen Anbieter kommen sie nicht immer heran.
  • Aufwand: Das ist nichts für nebenbei. Einrichtung und Wartung gehören in die Hände von jemandem, der sich damit auskennt.

Welcher Weg passt?

Weg Kosten Daten Aufwand
Kostenlos 0 € Training abschalten, keine Kundendaten keiner
Abo um 20 € je Person und Monat wie kostenlos, Geschäftstarif besser keiner
Nach Verbrauch (API) je nach Nutzung, oft wenige Euro EU-Anbieter mit Vertrag möglich einmal einrichten
Eigener Server Hardware, Strom, Pflege Daten bleiben im Haus hoch

Für den Anfang reicht die kostenlose Version völlig. Wenn ihr später im Betrieb regelmäßig mit KI arbeiten wollt und unsicher seid, welcher Weg passt, oder Hilfe bei der Einrichtung braucht, sprecht mich gern an. Die Kontaktdaten stehen am Ende dieser Seite.

Das Konto anlegen

  • Mit welcher Adresse? Für die Arbeit besser mit der Mailadresse des Betriebs als mit dem privaten Google- oder Apple-Konto. Dann bleibt der Zugang beim Betrieb, auch wenn sich etwas ändert.
  • Ein gutes Passwort und, wenn angeboten, die Anmeldung in zwei Schritten einschalten. Im Verlauf stehen später viele Betriebsinterna.
  • Als Erstes: Training abschalten. Bei den meisten kostenlosen Konten dürfen deine Eingaben zum Verbessern der KI verwendet werden. Das lässt sich abschalten. Such in den Einstellungen nach Begriffen wie „Datenkontrollen“, „Datenschutz“, „Modell verbessern“, „Training“ oder „Aktivitäten“. Die Menüs ändern sich häufig, die Funktion gibt es aber fast überall.

Aufs Handy: aber die richtige App

Alle großen Anbieter haben eine eigene App. Lade sie nur aus dem offiziellen App-Store (Google Play oder Apple App Store) und achte darauf, wer als Anbieter darunter steht: OpenAI, Microsoft, Google, Anthropic oder Mistral AI.

Warum das wichtig ist: Es gibt viele Nachahmer-Apps mit ähnlichem Namen und Logo. Manche davon locken mit „kostenlos testen“ und buchen dann ein teures Wochen-Abo ab. Wenn eine App gleich nach dem Öffnen ein Abo verkaufen will, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die echte.

Sprechen statt tippen

Das ist für viele der eigentliche Durchbruch, gerade wenn man im Stall, in der Werkstatt oder im Auto ist. Es gibt zwei Arten:

Diktieren: In der App auf das Mikrofon tippen, sprechen, fertig. Der gesprochene Text erscheint im Eingabefeld, du kannst ihn noch korrigieren und dann abschicken. Ideal für Befehle und Notizen.

Gesprächsmodus: Bei vielen Apps gibt es zusätzlich ein Symbol für ein richtiges Gespräch, oft eine Schallwelle oder ein Kopfhörer. Dann sprichst du mit der KI wie am Telefon, und sie antwortet mit Stimme. Gut, um eine Idee durchzusprechen oder sich etwas erklären zu lassen.

Und der Dialekt? Fränkisch wird meistens erstaunlich gut verstanden. Wenn ein Wort danebengeht, siehst du es beim Diktieren im Text und kannst es korrigieren.

Der beste Trick: Nicht versuchen, druckreif zu sprechen. Erzähl einfach ins Unreine, was du brauchst, mit allen Ähs und Nebensätzen, und sag am Ende: „Mach daraus eine ordentliche Mail“ oder „Ordne das in Stichpunkte“. Genau so funktioniert auch der Baustellenbericht im Beitrag KI auf der Baustelle.

Und natürlich: Am Steuer nur im Stand.

Heute ausprobieren

  1. Die App eines der Programme aus dem offiziellen Store installieren und ein Konto anlegen.
  2. In den Einstellungen das Training mit deinen Eingaben abschalten.
  3. Auf das Mikrofon tippen und diesen Satz sprechen, mit deinem Betrieb in der Klammer:

Ich habe einen kleinen [Betrieb, z. B. Hofladen mit Eiern, Kartoffeln und Honig] und nutze dich zum ersten Mal. Nenne mir drei Dinge, bei denen du mir diese Woche helfen kannst, und erkläre jedes in zwei Sätzen. Frag mich danach, womit wir anfangen.

Wenn das geklappt hat, bist du startklar. Fertige Befehle für den Alltag findest du in der Vorlagen-Kiste.

Im nächsten Teil geht es um die wichtigste Frage, bevor man richtig loslegt: Was darf ich eingeben, und was auf keinen Fall?

Kurz zum Datenschutz: Was du in ein KI-Programm eingibst, landet beim Anbieter. Kundennamen, Preise und Daten von Mitarbeitern nur in Dienste eingeben, bei denen du weißt, wer sie betreibt und wo die Daten liegen.

Unsicher, wo ihr anfangen sollt, oder braucht ihr eine Schulung für eure Leute?

Ich helfe gern weiter, ob mit einer kurzen Frage, einer Einweisung im Betrieb oder bei der Einrichtung. Schreibt mir einfach: kontakt@industrie-4-0.org

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Sascha Böhm ist ein erfahrener Softwareentwickler aus Gräfenberg, der sich auf maßgeschneiderte Softwarelösungen spezialisiert hat. Von Analyse über Konzept bis Implementierung legt er einen Fokus auf Sicherheit, Skalierbarkeit und höchste Qualität. Seine Expertise umfasst Industrie‑4.0, IoT, KI/ML und Big‑Data‑Projekte.

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