Was du teilst, bleibt
Fotos, Standort, Passwörter und Fremde im Chat: So schützt du dich, ohne auf alles verzichten zu müssen.
„Die Nachricht löscht sich doch nach dem Ansehen.“ Stimmt – aber vorher kann jemand einen Screenshot machen. Oder mit einem zweiten Handy abfotografieren. Was einmal verschickt ist, hast du nicht mehr in der Hand.
Das heißt nicht, dass du nichts mehr posten sollst. Aber es lohnt sich, kurz nachzudenken.
Bevor du etwas postest: drei Fragen
- Wäre es okay, wenn das meine Eltern, meine Lehrkraft oder mein zukünftiger Chef sieht?
- Ist darauf jemand anderes zu sehen? Dann frag vorher. Jeder darf selbst entscheiden, ob ein Bild von ihm online geht.
- Verrät das Bild, wo ich wohne oder wo ich gerade bin? Hausnummer, Schulname auf dem Pulli, Ortsschild, Live-Standort.
Dein Standort
Viele Apps wollen wissen, wo du bist. Bei manchen sehen das sogar alle deine Kontakte auf einer Karte, zum Beispiel bei Snapchat auf der Snap Map.
- Schau in den Einstellungen nach und schalte die Standortfreigabe aus oder nur für wenige enge Freunde ein. Bei Snapchat heißt das „Geistmodus“.
- Teile deinen Live-Standort nur mit Menschen, die du auch im echten Leben gut kennst.
Deine Konten sicher machen
- Für jedes Konto ein eigenes Passwort. Wird eines geknackt, sind nicht gleich alle weg.
- Lange Passwörter sind besser als komplizierte: Ein Satz wie „MeinHundBelltImmerUmSieben!“ ist stark und gut zu merken.
- Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten. Dann braucht man neben dem Passwort noch einen Code vom Handy. Das findest du in den Einstellungen unter „Sicherheit“.
- Passwörter nie weitergeben, auch nicht an die beste Freundin. Freundschaften ändern sich, Passwörter bleiben.
- Profil auf „privat“ stellen, damit nur Leute deine Beiträge sehen, die du bestätigt hast.
Fremde im Chat: Wann du vorsichtig sein solltest
Online kann jeder behaupten, 14 zu sein. Leider nutzen das manche Erwachsene aus, um Kinder und Jugendliche auszunutzen. Fachleute nennen das Cybergrooming.
Warnzeichen:
- Jemand ist auffällig nett, macht viele Komplimente und versteht dich „wie sonst niemand“.
- Er will, dass ihr in einen anderen, privaten Chat wechselt.
- Er sagt, eure Gespräche sollen geheim bleiben.
- Er verspricht Geschenke, Spielgeld oder Guthaben.
- Er fragt nach Fotos von dir, vielleicht erst harmlos, dann immer privater.
- Er will dich treffen.
Wenn dir so etwas komisch vorkommt: Brich den Kontakt ab, mach Screenshots und erzähl es einem Erwachsenen. Du bekommst deswegen keinen Ärger.
Wenn dich jemand erpresst
Manchmal wird es richtig schlimm: Jemand hat ein privates Foto von dir und droht, es zu verbreiten, wenn du nicht zahlst oder weitere Bilder schickst. Das nennt man Sextortion, und es ist eine schwere Straftat – des Erpressers, nicht deine.
- Nicht zahlen und nichts mehr schicken. Es hört dadurch nicht auf.
- Nichts löschen, sondern Screenshots machen.
- Kontakt abbrechen und den Account melden.
- Sofort Hilfe holen: Eltern, eine Vertrauensperson, die Polizei oder eine der Stellen unten. Zum Beispiel JUUUPORT oder den krisenchat, der rund um die Uhr erreichbar ist.
Du bist nicht schuld. Auch nicht, wenn du das Foto selbst verschickt hast. Schuld hat, wer dich erpresst.
Kurz gemerkt
- Was verschickt ist, kann gespeichert werden.
- Andere nur mit Erlaubnis posten.
- Standort aus, Profil privat, Zwei-Faktor-Anmeldung an.
- Passwörter niemandem verraten.
- Fremde, die Geheimnisse und Fotos wollen: Kontakt abbrechen und Erwachsenen Bescheid sagen.
Kurz zu deinen Daten: Alles, was du in eine App, einen Chat oder ein KI-Programm eingibst, kann gespeichert und weitergegeben werden. Gib dort keinen echten Namen, keine Adresse, keine Passwörter und keine Fotos von dir oder anderen ein.
Fragen oder ein Thema, das euch im Betrieb unter den Nägeln brennt? Sprecht mich einfach an.


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