Stress in der Klassengruppe
Lästern, peinliche Fotos, nächtliche Nachrichtenflut: Was in der WhatsApp-Gruppe okay ist und was nicht.
Hausaufgaben vergessen? Kurz in die Klassengruppe schreiben. Praktisch. Aber genauso schnell wird über jemanden gelästert, ein peinliches Foto macht die Runde, oder es kommen um Mitternacht noch 200 Nachrichten.
Was in einer Gruppe nicht okay ist
- Über jemanden lästern, vor allem, wenn die Person selbst in der Gruppe ist oder absichtlich nicht.
- Fotos oder Videos von anderen ohne deren Erlaubnis posten. Das ist nicht nur gemein: Jeder hat ein Recht am eigenen Bild.
- Jemanden absichtlich rauswerfen oder eine Gruppe gründen, nur um über jemanden zu reden.
- Drohungen, auch „nur zum Spaß“.
Wenn so etwas einer Person immer wieder passiert, ist das Cybermobbing. Und das ist kein Spaß, sondern kann Menschen richtig krank machen.
Wenn es dich trifft
- Screenshots machen, mit Namen und Uhrzeit. Auch wenn du die Nachrichten am liebsten sofort löschen würdest.
- Nicht im Streit zurückschreiben. Das ist genau das, was die anderen wollen.
- Hol dir einen Erwachsenen dazu: Eltern, Klassenlehrkraft, Vertrauenslehrkraft oder Schulsozialarbeit. Die Schule kann eingreifen, auch wenn es „nur“ im Handy passiert. Mobbing unter Mitschülern geht sie etwas an.
- Du darfst die Gruppe verlassen. Wichtige Infos kannst du dir auch von einer Freundin oder einem Freund schicken lassen.
Wenn es jemand anderen trifft
Wer in der Gruppe mitliest und nichts sagt, macht – ohne es zu wollen – mit. Du kannst etwas tun:
- Der Person privat schreiben, dass du auf ihrer Seite bist.
- In der Gruppe kurz widersprechen: „Lasst das, das ist echt nicht cool.“ Oft trauen sich danach noch andere.
- Nicht lachen, nicht liken, nicht weiterleiten.
- Einem Erwachsenen Bescheid sagen. Das ist kein Petzen. Petzen heißt, jemanden in Schwierigkeiten zu bringen. Du holst jemanden aus Schwierigkeiten heraus.
Achtung: Diese Bilder niemals weiterschicken
Manchmal tauchen in Gruppen Bilder oder Videos auf, die richtig schlimm sind: Gewalt, Nacktbilder von Mitschülerinnen oder Mitschülern, Tierquälerei oder verbotene Symbole.
Das Wichtigste: Manche dieser Inhalte sind verboten. Schon das Weiterleiten oder Speichern kann eine Straftat sein – auch für Jugendliche. Das gilt besonders für Nacktbilder von Kindern und Jugendlichen, selbst wenn die Person sie „freiwillig“ verschickt hat.
Was du stattdessen tust:
- Nicht weiterleiten, auch nicht „zur Warnung“ oder „als Beweis“.
- Sofort einer erwachsenen Vertrauensperson Bescheid sagen und es ihr zeigen.
- Die Erwachsenen kümmern sich darum, dass es gemeldet wird, zum Beispiel bei der Polizei oder bei jugendschutz.net.
Du hast nichts falsch gemacht, wenn so etwas bei dir ankommt. Wichtig ist nur, was du danach tust.
Regeln, die eine Gruppe entspannter machen
Manche Klassen machen sich gemeinsam Regeln, zum Beispiel:
- Nach 21 Uhr ist Ruhe.
- Keine Fotos von anderen ohne Erlaubnis.
- Über Leute, die nicht da sind, wird nicht gelästert.
- Streit wird nicht in der Gruppe ausgetragen.
Schlag das doch mal vor, vielleicht zusammen mit eurer Klassenlehrkraft.
Kurz gemerkt
- Fotos von anderen nur mit Erlaubnis.
- Mobbing: Screenshots, nicht zurückschlagen, Erwachsene einschalten.
- Du darfst jede Gruppe verlassen.
- Schlimme oder intime Bilder: nie weiterleiten, sofort einem Erwachsenen zeigen.
- Wer hilft, petzt nicht.
Kurz zu deinen Daten: Alles, was du in eine App, einen Chat oder ein KI-Programm eingibst, kann gespeichert und weitergegeben werden. Gib dort keinen echten Namen, keine Adresse, keine Passwörter und keine Fotos von dir oder anderen ein.
Fragen oder ein Thema, das euch im Betrieb unter den Nägeln brennt? Sprecht mich einfach an.


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