Hass im Netz: was du tun kannst
Ob es dich selbst trifft oder du es bei anderen siehst: Du bist nicht machtlos.
Ein Kommentar unter deinem Video, eine Nachricht von jemandem, den du nicht mal kennst, oder ein fieser Spruch über dich in einer Gruppe. Hass im Netz trifft viele, und er tut weh. Auch wenn er „nur online“ ist.
Das Wichtigste vorweg: Du bist nicht schuld. Wer andere fertig macht, ist für sein Verhalten selbst verantwortlich. Und: Du musst das nicht einfach aushalten.
Wenn es dich trifft: die ersten Schritte
1. Nicht sofort zurückschreiben. Wenn du wütend oder verletzt bist, schreibst du schnell etwas, das die Sache schlimmer macht. Atme durch. Antworten kannst du immer noch.
2. Beweise sichern. Mach Screenshots, auf denen man sieht, wer etwas geschrieben hat, was und wann. Bei Beiträgen auch den Link kopieren. Das brauchst du, wenn du etwas meldest oder Hilfe holst.
3. Melden. Jede große Plattform – Instagram, TikTok, Snapchat, YouTube, WhatsApp – hat eine Melde-Funktion. Meist über die drei Punkte am Beitrag oder Profil.
4. Blockieren. Du musst niemandem zuhören, der dich beleidigt. Blockieren ist kein Weglaufen, sondern Selbstschutz.
5. Jemandem erzählen. Eltern, große Geschwister, eine Lehrkraft, die Schulsozialarbeit oder eine der Stellen im Kasten unten. Allein ist das alles viel schwerer.
Manches davon ist sogar verboten
Nicht alles, was gemein ist, ist strafbar. Aber vieles schon, auch im Internet:
| Was | Beispiel |
|---|---|
| Beleidigung | jemanden übel beschimpfen oder herabwürdigen |
| Bedrohung | „Ich weiß, wo du wohnst, pass bloß auf“ |
| Falsche Behauptungen | Lügen über jemanden verbreiten, die ihm schaden |
| Volksverhetzung | Hass gegen Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe schüren |
| Bilder ohne Erlaubnis | peinliche oder intime Fotos von jemandem verbreiten |
Solche Dinge kannst du bei jeder Polizeidienststelle anzeigen. In Bayern geht das auch online über die Online-Wache auf der Seite der Bayerischen Polizei. Am besten zusammen mit einem Erwachsenen. Unterstützung, auch rechtlich, bekommst du bei HateAid.
Wenn du Hass bei anderen siehst
Viele schauen weg, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Dabei kannst du eine Menge bewirken:
- Den Betroffenen privat schreiben: „Hab das gesehen, das war echt nicht okay. Alles gut bei dir?“ Das hilft oft mehr, als du denkst.
- Melden: Je mehr Leute einen Beitrag melden, desto eher wird er gelöscht.
- Nicht mitmachen: Kein Like, kein „haha“, nicht weiterleiten.
- Widersprechen, wenn du dich traust: ruhig und sachlich, ohne selbst zu beleidigen. Zum Beispiel: „Das ist einfach falsch und verletzend.“ Du musst niemanden überzeugen. Es geht darum, dass die anderen Mitlesenden merken: Nicht alle finden das gut.
Wie kann ich ruhig und freundlich widersprechen, wenn jemand in einem Kommentar über eine Gruppe von Menschen herzieht? Gib mir drei kurze Beispielsätze für Jugendliche.
Widersprechen kann man üben. Die Jugendarbeit in Gräfenberg bietet dafür immer wieder Workshops an, zum Beispiel ein Argumentationstraining gegen Parolen. Aktuelle Termine stehen auf der Startseite unter „Nicht verpassen“.
Und wenn du selbst mal zu weit gegangen bist?
Jeder schreibt mal etwas, das er später bereut. Lösch es, entschuldige dich, und lass es nächstes Mal. Das ist stärker als jeder fiese Kommentar.
Kurz gemerkt
- Du bist nicht schuld, wenn dich jemand angreift.
- Erst Screenshots, dann melden und blockieren.
- Vieles ist strafbar und kann angezeigt werden.
- Bei anderen: privat unterstützen, melden, nicht mitmachen.
- Hol dir Hilfe – die Stellen stehen gleich hier unten.
Kurz zu deinen Daten: Alles, was du in eine App, einen Chat oder ein KI-Programm eingibst, kann gespeichert und weitergegeben werden. Gib dort keinen echten Namen, keine Adresse, keine Passwörter und keine Fotos von dir oder anderen ein.
Fragen oder ein Thema, das euch im Betrieb unter den Nägeln brennt? Sprecht mich einfach an.


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