Echt oder Fake? Teste dich selbst
Acht Bilder, vier davon hat eine KI gemacht. Erkennst du, welche? Danach weißt du, worauf du achten musst.
Ein Foto beweist heute nichts mehr. Eine KI kann in Sekunden Bilder erzeugen, die aussehen wie echte Fotos: Tiere, Landschaften, Menschen, sogar Unfälle oder Promis an Orten, an denen sie nie waren. Und Videos und Stimmen lassen sich genauso fälschen.
Bevor wir erklären, woran du so etwas erkennst: Teste dich erst mal selbst. Tipp bei jedem Bild auf Echt oder KI.
Echt. Das ist der Bahnhof in Gräfenberg mit einem Zug der Gräfenbergbahn. Die Schrift am Haus ist sauber und ergibt Sinn, Gleise, Masten und Unkraut sind unordentlich – so wie im echten Leben.
Foto: Benreis, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, verkleinert
KI. Ganz ehrlich: Das ist richtig schwer. Hinweise gibt es trotzdem: Alles sieht aus wie ein perfektes Profi-Foto, weiches Licht genau von vorne, jede Stachel wie frisch gekämmt, die Augen glänzen gleichmäßig. Im Hintergrund verläuft ein seltsames Gitter ins Nichts.
Die wichtigste Lehre: Manchmal kann man es am Bild allein nicht erkennen. Dann hilft nur, nach der Quelle zu fragen.
Bild: erzeugt mit FLUX.1, Wikimedia Commons, gemeinfrei
KI. Schau auf die Schrift: An der Kabine steht „DOCE – CABINE“. Richtig wäre „DOCCE“, das italienische Wort für Duschen. Und der Sonnenschirm wirbt gleich für mehrere Marken auf einmal. KI bekommt Schrift oft fast richtig hin – aber eben nur fast.
Bild: erzeugt mit Google Gemini, Wikimedia Commons, gemeinfrei
Echt. Ein Igel, wie er auch bei uns durch die Gärten läuft. Die Stacheln stehen kreuz und quer, der Boden ist voller Laub und Moos, das Licht fällt ungleichmäßig. Echte Natur ist unordentlich.
Foto: Hrald, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, verkleinert
Echt. Der Marktplatz in Gräfenberg, fotografiert 2018. Ein Auto steht etwas schief, Poller, Sonnenschirme, ein Baum, der nicht ganz ins Bild passt – lauter kleine Zufälle, die eine KI selten so hinbekommt. Das Autokennzeichen haben wir unkenntlich gemacht.
Foto: Tilman2007, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert, Kennzeichen verwischt
KI. Hast du das kleine Sternchen ganz unten rechts gesehen? Solche Zeichen setzen manche KI-Programme in ihre Bilder. Aber auch ohne Sternchen: Der Körper wirkt aufgepumpt, die Haut glänzt fast wie Plastik, und unter dem Bauch passt die Anatomie nicht.
Bild: KI-erzeugt, Thelezifor, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert
Echt. Eine Fleckvieh-Kuh mit Kalb, so wie auf vielen Weiden bei uns in Franken. Man sieht Knochen, Falten und Fellflecken, das Gras ist ungleichmäßig, und vorne ragt eine Distel ins Bild.
Foto: Wald1siedel, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert
KI. Ein Traum-Urlaubsfoto – zu traumhaft. Die Oldtimer stehen wie Spielzeug auf der Mauer, Fenster und Balkone wiederholen sich unregelmäßig, und alles leuchtet im perfekten Abendlicht. Wenn ein Bild aussieht wie ein Gemälde, lohnt sich ein zweiter Blick.
Bild: KI-erzeugt, Dennis Sylvester Hurd, Wikimedia Commons, CC BY 4.0, verkleinert
Woran du KI-Bilder erkennst
Keiner dieser Tipps ist ein Beweis. Aber je mehr davon zutreffen, desto vorsichtiger solltest du sein.
- Schrift: Schilder, Plakate, Etiketten. KI schreibt oft fast richtig, mit vertauschten oder erfundenen Buchstaben.
- Hände, Ohren, Zähne: zu viele Finger, verschmolzene Finger, seltsame Ohrringe, ungleiche Zähne.
- Zu perfekt: makellose Haut, perfektes Licht, alles wie aus der Werbung.
- Hintergrund: Dinge, die ins Nichts verlaufen, Menschen ohne Gesicht, Geländer, die plötzlich aufhören.
- Kleine Zeichen in den Ecken: Manche KI-Programme setzen ein Logo oder Sternchen ins Bild.
- Gefühl: Wenn ein Bild dich sofort wütend, traurig oder sprachlos macht, ist das genau der Moment, kurz innezuhalten.
Auch Videos und Stimmen lassen sich fälschen
Sogenannte Deepfakes sind Videos, in denen jemand Dinge sagt oder tut, die nie passiert sind. Und eine KI kann eine Stimme schon mit wenigen Sekunden Aufnahme nachmachen.
Betrüger nutzen das: Ein Anruf, die Stimme klingt wie die von Mama oder dem großen Bruder, angeblich ist etwas Schlimmes passiert und es wird sofort Geld oder ein Code gebraucht.
Unser Tipp: Macht in der Familie ein Codewort aus, das nur ihr kennt. Wer am Telefon Hilfe will, muss das Codewort sagen. Und im Zweifel: auflegen und selbst unter der bekannten Nummer zurückrufen.
Fake News: vier Fragen, bevor du etwas glaubst oder teilst
- Wer sagt das? Eine bekannte Zeitung, ein Sender, eine Behörde – oder ein Account, den du nicht kennst?
- Wann war das? Viele „Neuigkeiten“ sind alte Bilder oder Videos, die neu herumgeschickt werden.
- Wo steht das noch? Wenn etwas wirklich Großes passiert ist, berichten mehrere seriöse Medien darüber.
- Woher kommt das Bild? Mit einer Bilder-Rückwärtssuche (zum Beispiel Google Lens oder die Bildersuche von Bing) findest du heraus, wo ein Bild zuerst aufgetaucht ist.
Kettenbriefe: einfach löschen
„Schick das an 10 Leute, sonst passiert heute Nacht etwas Schlimmes.“ Solche Nachrichten sind immer Quatsch. Niemand kann sehen, ob du sie weiterschickst, und es passiert garantiert nichts. Manche wollen dir nur Angst machen.
Wenn dich so eine Nachricht trotzdem nicht loslässt, besonders wenn darin gruselige Bilder oder Drohungen vorkommen: Zeig sie einem Erwachsenen, dem du vertraust. Und schick sie nicht weiter, auch nicht „zur Warnung“.
Und wenn du selbst einen Fake geteilt hast?
Passiert den Klügsten. Schreib einfach kurz dazu: „Achtung, das war falsch, sorry!“ und lösch den Beitrag. Das ist nicht peinlich, sondern fair.
Kurz gemerkt
- Ein Foto oder Video ist heute kein Beweis mehr.
- Schrift, Hände und „zu perfekt“ sind die häufigsten Hinweise auf KI.
- Bei Bildern, die dich aufregen: erst prüfen, dann teilen.
- Codewort in der Familie gegen falsche Anrufe.
- Kettenbriefe löschen, nicht weiterleiten.
Kurz zu deinen Daten: Alles, was du in eine App, einen Chat oder ein KI-Programm eingibst, kann gespeichert und weitergegeben werden. Gib dort keinen echten Namen, keine Adresse, keine Passwörter und keine Fotos von dir oder anderen ein.
Fragen oder ein Thema, das euch im Betrieb unter den Nägeln brennt? Sprecht mich einfach an.


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